Diversität und Inklusion sind für viele Unternehmen ein zentraler Teil der Teamkultur. Unterschiedliche Geschlechter, Herkunft und Orientierung werden geschätzt und gesucht. Umso unverständlicher ist es, dass diese Haltung für Menstruierende Menschen nicht im Alltag gelebt wird. Warum gibt es einen Kickertisch, aber keine kostenlosen Tampons auf den Toiletten? Warum werden oft Erkältung oder Magenverstimmung vorgeschoben, obwohl die Periode der Grund der Schmerzen ist? Der Aufbau eines rücksichtsvollen Arbeitsplatzes ist längst überfällig. Eine offene Haltung bringt Vorteile für alle. In einer Welt, die oft auf Cis-Männer zugeschnitten ist, geht das langfristig nicht gut und kaum gesund. Die Vernachlässigung der Periode gehört zu alten Strukturen, die oft nur auf nicht-menstruierende Teammitglieder ausgerichtet sind. Wahre Gleichberechtigung am Arbeitsplatz bedeutet deshalb Wertschätzung von Unterschieden und echte Anpassung der Realität. Unsere Idee: Eine neue Perspektive für den Arbeitsalltag.
3 gute Gründe, warum die Periode bei der Arbeit normalisiert werden sollte
Eine offene Betriebskultur schafft mehr Wohlgefühl im Team und damit oft auch bessere Leistung. Da die meisten Menschen einen Großteil ihrer Lebenszeit im Arbeitsumfeld verbringen, muss das Tabu rund um die Menstruation auch dort aufgelöst werden. Wer seine körperlichen Rhythmen kennt, versteht die eigene Leistungsfähigkeit besser und kann die eigenen Stärken gezielter einbringen.
Blutzyklus als Schlüssel zu mehr Wohlgefühl und besserer Leistung
Zukunftsorientierte Unternehmen, die ihre Kolleginnen und Kollegen wirklich wertschätzen, sollten eine offene Kultur im Betrieb anstreben. Jede Person braucht gute Rahmenbedingungen, um ihr Bestes zu geben. Mehr Wohlgefühl bedeutet auch bessere Leistung und Kreativität für das Team. Das Ziel ist eine klare Strategie, die alle Menschen stärkt und Teilhabe ermöglicht. Der Schlüssel liegt in der Ausrichtung auf den Monatszyklus. Die Periode ist ein normaler Teil vieler Körper und kann nicht ausgeblendet werden. Wir brauchen Regeln, die die Menstruation nicht als Problem abwerten, sondern als natürlichen Prozess respektieren. Wenn jemand blutet, ist das kein Defekt, sondern ein Hinweis auf Gesundheit. Körperbewusstsein statt Periodenscham und wir kommen der Normalisierung der Periode im Betrieb deutlich näher.
Periodenfreundliche Unternehmenskultur? Was wirklich wichtig ist.
Unternehmen sollten bei der Erarbeitung einer menschengerechten Betriebskultur ihre menstruierenden Teammitglieder aktiv hören und die Richtlinien mit ihnen gemeinsam festlegen. Der Erfolg hängt davon ab, dass alle Beteiligten von Anfang an dabei sind. So entsteht eine Umsetzung, die wirklich im Alltag trägt. Eine Lösung für alle wird es kaum geben. Wir sind verschieden aufgebautes Team mit verschiedenen Bedürfnissen. Die Kultur im Betrieb sollte deshalb flexibel sein und regelmäßig an Rückmeldungen angepasst werden. Das gilt auch für einen unterstützenden Rahmen im Alltag.
Periode bei der Arbeit 2.0: Ganzheitliche Menstruationsstrategie
Wer noch einen Schritt weiter in Richtung menschenfreundlicher Betriebsweise gehen möchte, kann mit (Perioden-)Richtlinien beginnen. Entscheidend ist aber eine klare Gesamtlösung, in die alle Maßnahmen passen. Nur so werden sie richtig und dauerhaft umgesetzt. Von der Einführung über die Anwendung bis zur Überprüfung sollte alles offen geplant sein. Eine rein formale Strategie darf kein Werbekniff sein. Sie muss im Alltag im Betrieb verankert werden und neben Sicherheit und Gesundheit als Selbstverständlichkeit erlebt werden.
Best cases für eine menschengerechte Arbeitskultur
Starke Verbesserungen im Umgang mit der Periode im Betrieb werden noch immer zu selten umgesetzt. Doch dort, wo Abläufe an den natürlichen Zyklus der Mitarbeitenden angepasst werden, steigt oft das Wohlgefühl und auch die Leistung. Ein Beispiel wäre das Unternehmen ‚Coexist’ in Bristol, Großbritannien oder das Startup ‚Forza Football’ aus Göteborg in Schweden. Mehr Bewusstsein für den eigenen Zyklus stärkt jede Person im Team und damit auch das ganze Unternehmen. Die Frage ist deshalb: Was können wir von diesen Beispielen lernen, wenn wir selbst eine menschengerechte Arbeitsatmosphäre schaffen wollen?
Wie geht es weiter?
In den nächsten Wochen veröffentlichen wir weitere Artikel zum Thema „Periode am Arbeitsplatz“ mit konkreten Tipps und Maßnahmen für einen offenen Umgang im Team. Habt ihr schon Erfahrungen und wollt sie teilen? Oder habt ihr gute Ideen? Dann freuen wir uns über einen Kommentar oder eine Nachricht von euch.



