Street Art by Car­leen De Sözer

Was gehört eigent­lich alles zum Mens­trua­ti­ons­zy­klus dazu?

Mens­trua­tion wird von vie­len als Unan­nehm­lich­keit abge­tan, obwohl sie wie ein monat­li­cher Gesund­heits­check gele­sen wer­den könnte. Hast du Lust mehr über die vier Zyklus­pha­sen dei­ner Mens­trua­tion zu ler­nen und wie sie deine Stim­mung beein­flus­sen kön­nen?
Fan­gen wir erst mal ent­spannt mit einer klei­nen Wie­der­ho­lungs­stunde an. Mens­trua­tion ken­nen wir. Check. Den Eisprung ken­nen wir auch noch, zumin­dest als Zeit, in der eine Schwan­ger­schaft mög­lich ist. Dann hört es wahr­schein­lich aber auch schon wie­der auf, oder? Eines der häu­figs­ten Miss­ver­ständ­nisse über unsere Peri­ode ist, dass unser Zyklus nur dann statt­fin­det, wenn wir blu­ten. Der durch­schnitt­lich 28 Tage lange Mens­trua­ti­ons­zy­klus umfasst tat­säch­lich aber ver­schie­dene Pha­sen, die über die eigent­li­che Peri­ode hin­aus­ge­hen und hor­mo­nelle Ver­än­de­run­gen mit sich brin­gen. Oft wird der natür­li­che Zyklus mit den vier Jah­res­zei­ten ver­gli­chen: Win­ter, Früh­ling, Som­mer und Herbst. 

Und wie fühlst du dich in den ein­zel­nen Zyklus­pha­sen? 

Der men­stru­elle Zyklus hat direk­ten Ein­fluss dar­auf, wie wir uns füh­len. Durch die Unter­tei­lung in ver­schie­de­nen Pha­sen wer­den die Ver­än­de­run­gen der Ener­gie und Stim­mung nach­voll­zieh­ba­rer. Den­noch erlebt jede men­stru­ie­rende Per­son den eige­nen Zyklus ganz indi­vi­du­ell. Fühlst du dich manch­mal so rich­tig schlapp und träge? Und an ande­ren Tagen fühlst du dich so, als ob dir die Welt gehört und du alles schaf­fen kannst? Will­kom­men im Club der Men­stru­ie­ren­den!
Bist du Team Zyklus­liebe oder eher so: ‚Mens­trua­tion braucht doch nie­mand’? Ganz egal, wie du zu Mens­trua­tion stehst, ein biss­chen mehr Wis­sen ist immer gut. Ein bes­se­res Ver­ständ­nis dei­nes indi­vi­du­el­len Zyklus kann dabei hel­fen, das eigene Wohl­be­fin­den und Gefühle bes­ser ver­ste­hen zu kön­nen. Denn die vier Zyklus­pha­sen wie­der­ho­len sich Monat für Monat und somit wahr­schein­lich auch deine Stim­mun­gen. Wenn mög­lich, kann es sogar Sinn machen seine Akti­vi­tä­ten nach der Zyklus­phase zu pla­nen. Klingt ver­rückt, oder?

1. Phase: Mens­trua­tion (Win­ter) 

Der erste Tag dei­ner monat­li­chen Blu­tung ist der Beginn der Mens­trua­tion und eines neuen Zyklus. Die erste Phase heißt auch tat­säch­lich „Mens­trua­tion“. Wenn wir die Mens­trua­ti­onsphase beschrei­ben müss­ten, kämen wahr­schein­lich Begriffe wie wenig Ener­gie, Ent­span­nung oder zu Hause. Es ist, wie der Win­ter auch, eine eher ruhige, lang­same Zeit, die zum Reflek­tie­ren ein­lädt. Die Mens­trua­tion eig­net sich, um zur Ruhe zu kom­men, zu pla­nen und Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Wenn du jedoch unter Mens­trua­ti­ons­schmer­zen lei­dest, soll­test du die Pla­nung viel­leichtdoch lie­ber auf die Lute­al­phase (Phase 4) ver­schie­ben und dich jetzt gut aus­ru­hen. Die Mens­trua­tion dau­ert nor­ma­ler­weise zwi­schen drei und sie­ben Tagen. 

2. Phase: Fol­li­kel­phase (Früh­ling) 

Die Fol­li­kel­phase bringt mit einem stei­gen­den Östro­gen­spie­gel wie­der mehr Ener­gie, Fokus und Selbst­ver­trauen mit sich. Die Früh­lings­ge­fühle erwa­chen. Du bist vol­ler Taten­drang und fühlst dich frei und unbe­fan­gen. Diese Phase eig­net sich also per­fekt, um pro­duk­tiv zu sein und Her­aus­for­de­run­gen erfolg­reich zu meis­tern. Klingt gut, oder? Und es wird noch bes­ser: Diese ener­gie­rei­che Phase ist die Längste in dei­nem Zyklus! Denn sie über­schnei­det sich mit den letz­ten Tagen der ers­ten Mens­trua­ti­ons­phase. 

3. Phase: Eisprung (Som­mer)

Wenn wir unse­ren Eisprung haben, wird mit dem wei­ter anstei­gen­den Hor­mon­le­vel noch mehr Ener­gie und Krea­ti­vi­tät frei­ge­setzt. Dies ver­leiht dir das freie und som­mer­li­che Gefühl, dass du alles schaf­fen kannst. Die Zeit der Ovu­la­tion ist eine Power-Phase und der beste Zeit­punkt, um in per­sön­li­che Bezie­hun­gen zu inves­tie­ren und aktiv zu sein. Der Eisprung ist bei einem regel­mä­ßi­gen Zyklus meist genau in der Mitte. Man­che Men­schen kön­nen den Eisprung, auch Fol­li­kel­sprung genannt, in Form von Schmer­zen spü­ren. Der Mit­tel­schmerz dau­ert aber nur wenige Stun­den. Dies ist außer­dem deine frucht­bare Zyklus­phase und die Wahr­schein­lich­keit schwan­ger zu wer­den, ist groß! 

4. Phase: Lute­al­phase (Herbst)

In der letz­ten Phase domi­niert das Hor­mon Pro­ges­te­ron den Zyklus. Viel­leicht fühlst du dich in die­ser Zeit etwas sen­si­bler, möch­test dich lie­ber zurück­zie­hen und denkst viel nach. Aber sei ver­ständ­nis­voll mit dir selbst, denn Selbst­kri­tik kann jetzt auf der Tages­ord­nung ste­hen. Diese Phase ver­bin­den viele mit dem Prä­men­stru­el­len Syn­drom, auch bekannt als PMS. Oft fan­gen die Beschwer­den vier bis sie­ben Tage vor dem Beginn dei­ner nächs­ten Mens­trua­tion an. Die Lute­al­phase und somit auch der Zyklus enden am letz­ten Tag vor dem Ein­set­zen der nächs­ten Regel­blu­tung. Mit der Mens­trua­tion fängt der Zyklus wie­der von vorne an. 

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Wie wäre es mit Zyklus-Tracking?

Deine Stim­mungs­schwan­kun­gen wie­der­ho­len sich wahr­schein­lich Monat für Monat, ohne dass dir bis­her ein Rhyth­mus auf­ge­fal­len ist? Dann wird es Zeit, dass du dich bewuss­ter mit dei­nem Zyklus aus­ein­an­der­setzt und dir ein paar Eck­da­ten, wie Zyklus­tag, Stim­mung und Ener­gie­le­vel notierst. Dies kannst du ganz alt­mo­disch auf Papier machen oder eine der vie­len Mens­trua­tions-Apps nut­zen. Du fragst dich viel­leicht, warum du dei­nen Zyklus auf­merk­sam ver­fol­gen soll­test? Mit der Zeit wirst du in dei­nen Zyklen wahr­schein­lich ein Mus­ter erken­nen und wis­sen, wie du dich in den ver­schie­den Pha­sen fühlst. Dann kannst du über­le­gen, wann dich etwa deine nächste träge oder eben auch pro­duk­tive Phase erwar­tet. Wenn du dei­nen Zyklus kennst, kannst du deine eigene Stim­mung leich­ter ein­ord­nen und ver­stehst deine Ener­gie­schwan­kun­gen bes­ser. Im Ein­klang mit dem eige­nen Zyklus zu leben und dadurch vor­her­zu­se­hen, wie du dich in den nächs­ten Wochen füh­len wirst, klingt schon ziem­lich ver­lo­ckend, oder? Hier geht es wei­ter zum Arti­kel Zyklus­be­wusst­sein: Im Ein­klang mit dem eige­nen Kör­per.

Hin­weis: Wenn du hor­mo­nell ver­hü­test (z B. mit der Pille, Spi­rale oder Nuva­Ring), wird dein Zyklus bewusst ver­än­dert. Mit­hilfe von Hor­mo­nen wird dein Eisprung unter­drückt, um die Mög­lich­keit einer Schwan­ger­schaft zu ver­hin­dern. Dem­entspre­chend wer­den sich deine Zyklus­pha­sen auch anders anfüh­len und die Beschrei­bun­gen in die­sem Text tref­fen wahr­schein­lich nicht auf dich zu.  

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.