Zyklu­sacht­sam­keit: Im Ein­klang mit dem eige­nen Körper

von Britta

Wann wir das nächste Mal unsere Peri­ode bekom­men und wie wir uns wäh­rend­des­sen und kurz davor füh­len, wis­sen die meis­ten von uns. Doch wie sieht es mit den Wochen dazwi­schen aus? Men­schen mit einem Ute­rus durch­lau­fen immer und immer wie­der einen Mens­trua­ti­ons­zy­klus. Denn Monat für Monat haben wir einen Eisprung, unsere Peri­ode, Hor­mon­ver­än­de­run­gen. Den Groß­teil unse­res Lebens ver­brin­gen wir in zykli­schen Rhyth­men, die einen direk­ten Ein­fluss auf unsere Stim­mung und unsere Ener­gie haben. Zyklu­sacht­sam­keit oder auch –bewusst­sein kann des­we­gen viele Vor­teile mit sich brin­gen. Du fragst dich viel­leicht, was genau hin­ter dem Begriff Zyklu­sacht­sam­keit steckt und wie du es auch ler­nen kannst? Dann viel Spaß beim Lesen!

Was ist Zyklusachtsamkeit?

Zyklu­sacht­sam­keit ist das Wis­sen sowie die Wert­schät­zung des indi­vi­du­el­len Mens­trua­ti­ons­zy­klus und den damit ver­bun­de­nen Ener­gie- und Stim­mungs­mus­tern. Das Ziel ist es, unse­ren eige­nen Kör­per wie­der bes­ser zu ver­ste­hen und zu ler­nen, was wir wann und vor allem auch warum brau­chen. Unse­ren eige­nen Zyklus gut zu ken­nen, hilft uns unser Wohl­be­fin­den zu ver­bes­sern. Zyklisch zu leben, bedeu­tet den Kör­per mit sei­nen Ver­än­de­run­gen anzu­neh­men und im Ein­klang mit dem eige­nen Mens­trua­ti­ons­zy­klus zu leben. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis wird der Mens­trua­ti­ons­zy­klus in die vier Jah­res­zei­ten ein­ge­teilt, die alle ihre eige­nen Beson­der­hei­ten mit sich bringen.

4 Fra­gen für mehr Zyklusachtsamkeit

Um dei­nen Zyklus bes­ser ken­nen­zu­ler­nen, bie­tet es sich an, ein klei­nes Tage­buch zu füh­ren, wo du dir in Kurz­form notierst, wie es dir emo­tio­nal und kör­per­lich geht. Denn unsere Kör­per sind zugleich fas­zi­nie­rend und kom­plex. Fol­gende Fra­gen oder Berei­che kön­nen dir als Anre­gung für deine Noti­zen dienen:

1. Wie geht es dir emotional?

Wie fühlst du dich heute? Wor­über denkst du nach? Wel­che Bedürf­nisse hast du?

2. Wie geht es dir körperlich?

Wie viel Ener­gie hast du? Wonach ist dir? Bist du aktiv? Wie ist meine Ver­dau­ung?

3. Außer­ge­wöhn­li­ches?

Gab es beson­dere Momente oder grö­ßere Ereig­nisse, wie zum Bei­spiel eine Reise oder ein Job­wech­sel? Irgend­et­was was von der Rou­tine abweicht?

4. Wo befin­dest du dich in dei­nem Menstruationszyklus? 

Aspekte in Bezug auf deine Mens­trua­tion kön­nen auch hilf­reich sein. Am bes­ten schreibst du auch immer den Zyklus­tag zu dei­nen Noti­zen dazu. Der erste Tag dei­ner Peri­ode ist auch der erste Tag dei­nes Zyklus. Neue Peri­ode = neuer Zyklus. So kannst du spä­ter deine Noti­zen ein­fa­cher mit­ein­an­der ver­glei­chen und Mus­ter im Mens­trua­ti­ons­zy­klus las­sen sich mit­hilfe der Zyklus­tage bes­ser finden.

Hast du Lust, dei­nen Kör­per & deine Stim­mungs­schwan­kun­gen end­lich bes­ser zu ver­ste­hen und Zyklus­be­wusst­sein zu ler­nen? Dann ist unser Online-Kurs “Zyklus­be­wusst­sein als Super­power” genau das Rich­tige für dich!

Zyklusbewusstein, Zyklusachtsamkeit, Online-Kurs, Onlinekurs, im Einklang leben, Stephanie Schäper, Koasdesign Studio, Stimmungsschwankungen verstehen, Kraft des Zyklus, Zykluswissen, Menstruationszyklus, Selbstfürsorge Menstruation, Innere Jahreszeiten, Zyklusphasen, Vulvani, Vulvani Academy

Bezie­hung zu unse­rem Kör­per pflegen

Es ist wich­tig, dass du dir über meh­rere Zyklen täg­lich Noti­zen machst und den Tag kurz reflek­tierst. Denn nur so kannst du ein bes­se­res Ver­ständ­nis für deine eige­nen Bedürf­nisse ent­wi­ckeln. Basie­rend auf dei­nen eige­nen Noti­zen kannst du für kom­mende Monate bewusste Ent­schei­dun­gen tref­fen und hast ein bes­se­res Gefühl, wann du dich wie füh­len wirst. Zyklisch zu leben, ist nichts, was wir über Nacht ler­nen oder sich radi­kal umset­zen lässt. Außer wir schmei­ßen alles ein­mal über Board und fan­gen bei Null wie­der an. Es ist viel­mehr der Ver­such, sein Leben basie­rend auf den eige­nen Gefüh­len, Stim­mun­gen und inne­ren Jah­res­zei­ten aus­zu­rich­ten. Die meis­ten von uns wer­den sich lang­sam, aber sicher an mehr Zyklu­sacht­sam­keit her­an­tas­ten. Nach und nach kön­nen wir immer Zyklu­sacht­sam­keit in unse­ren All­tag, in unsere Rou­ti­nen ein­bauen. Und auf diese Weise die Bezie­hung zu uns selbst und unse­rem eige­nen Kör­per bewusst pflegen.

Bei­spiel: Wie ich mei­nen Urlaub im Ein­klang mit mei­nem Zyklus plane

So plane ich zum Bei­spiel, wenn mög­lich, meine Rei­sen im Ein­klang mit mei­nem Zyklus. An den ers­ten Tagen mei­ner Peri­ode liebe ich Ruhe und wenn ich ein­fach zu Hause sein kann. Da sollte also am Bes­ten nichts auf dem Rei­se­plan stehe. Ich ver­meide vor allem län­gere Bus­fahr­ten oder grö­ßere Aus­flüge. In der Mitte des Zyklus kann ich dann wie­der jeden Tag aktiv sein und auch mehr­tä­gige Wan­de­run­gen sind kein Pro­blem.   

Das Pro­blem: Leben in einer patri­ar­cha­len Welt

Unsere Gesell­schaft ist auf Leis­tung aus­ge­legt und unsere Welt von Män­nern domi­niert. Das zykli­sche Leben fin­det in unse­rer Welt nur wenig Raum oder Platz. Denn zu oft wird unsere Zeit von All­tag, Arbeit und Ver­pflich­tun­gen bestimmt, die nur wenig Mög­lich­keit für eine freie Ein­tei­lung der eige­nen Ener­gien zulas­sen. Wir müs­sen funk­tio­nie­ren, Tag für Tag. Oft sind wir in fes­ten Struk­tu­ren ver­an­kert. In wel­cher Zyklus­phase wir uns dabei befin­den, wird außer Acht gelas­sen. Seit Jahr­hun­der­ten wird Mens­trua­tion mit Ein­schrän­kun­gen oder Schwä­che asso­zi­iert und der rest­li­che Mens­trua­ti­ons­zy­klus, also die Zeit zwi­schen den Peri­oden, ein­fach igno­riert. Denn alles ist nur auf gleich­mä­ßiges Funk­tio­nie­ren aus­ge­legt, was sich aber bei men­stru­ie­ren­den Men­schen schnell in kör­per­li­chen Sym­pto­men, wie zum Bei­spiel Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den oder PMS, äußern kann.

Warum es sich lohnt zyklisch zu leben

Im Zen­trum ste­hen unser eige­ner Kör­per und der zykli­sche Kom­pass. Wenn wir wis­sen, wer wir sind, kön­nen wir für und nicht gegen uns arbei­ten. Durch Zyklu­sacht­sam­keit ler­nen wir wie­der auf unsere innere Stimme zu hören und auf unsere eigene Intui­tion zu ver­trauen. Das wie­derum kann uns in unse­rem Selbst­wert­ge­fühl und unse­rer Selbst­be­stimmt­heit hel­fen. Zyklisch zu leben, bedeu­tet auch Kraft. Denn es gibt Kraft im eige­nen Rhyth­mus des Kör­pers anzu­kom­men und zu leben. Oft fühlt es sich rich­ti­ger, stim­mi­ger an. Und ist nicht mehr ein stän­di­ger Kampf, jeden Tag gleich per­fekt funk­tio­nie­ren zu müssen.

Zyklu­sacht­sam­keit gibt uns Möglichkeiten

Zyklu­sacht­sam­keit gibt uns den Raum, ver­schie­dene Bedürf­nisse oder Per­sön­lich­kei­ten zu haben. Denn ist ok und sogar nor­mal, dass wir uns an ver­schie­de­nen Tagen unter­schied­lich füh­len. Im Ein­klang mit sich selbst zu leben, öff­net unge­ahnte Mög­lich­kei­ten und bringt das wirk­li­che Poten­tial ans Tages­licht. Denn der natür­li­che Wan­del unse­rer Ener­gie im Laufe des Mens­trua­ti­ons­zy­klus ist kein Nach­teil, son­dern viel­mehr eine große Berei­che­rung. Genau wie die Jah­res­zei­ten. Jede Zeit bringt ihren ganz eige­nen Charme und ihre Beson­der­hei­ten mit sich – so auch unser Menstruationszyklus.

Den Zyklus wie eine Freun­din annehmen

Und es ist an der Zeit, dass wir uns unse­ren Zyklus anneh­men und ihn zu unse­rer neuen bes­ten Freun­din machen, ihn ohne Worte ver­ste­hen. Denn in ihm liegt zugleich die Ruhe und die Kraft. Möch­test du mehr über die Beson­der­heit des Mens­trua­ti­ons­zy­klus und Zyklu­sacht­sam­keit ler­nen? Dann kann ich dir das Buch ‚Wild Power: dis­co­ver the magic of your mens­trual cycle and awa­ken the femi­nine path to power’ empfehlen.

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani / | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.

Veröffentlicht am 25. Februar 2020
Von Britta
Britta Wiebe is the co-founder of Vulvani. She loves researching, writing and designing new articles or innovative educational concepts about menstruation all day long. When she is not travelling the world, she enjoys spending time with her loved ones in the beautiful city of Hamburg in Germany.

Unsere Lesetipps für dich:

Mit Kin­dern über Sex spre­chen – Wie und wann ist am besten?

Mit Kin­dern über Sex spre­chen – Wie und wann ist am besten?

Lass uns über dieses Gespräch reden - du weißt schon, "DAS Gespräch" über die Bienen und die Blümchen. Denn früher oder später fangen Kinder an, Fragen über den menschlichen Körper zu stellen und darüber, woher Babys eigentlich kommen. Und genau in diesem Moment bist...

Wie du über deine Peri­ode sprichst: Offen­heit statt Stigma

Wie du über deine Peri­ode sprichst: Offen­heit statt Stigma

Laut einer Umfrage der International Women’s Health Coalition und der App Clue gibt es über 5.000 Möglichkeiten zu sagen, dass du deine Periode hast. Die Bandbreite reicht vom englischen „Auntie Flow“ über das französische „die Engländer sind gelandet“ bis hin zum...

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Pin It on Pinterest