Du fragst dich manch­mal, was eigent­lich genau deine Mens­trua­tion ist? So ganz genau wis­sen wir ja meis­tens nicht, was da alles in unse­rem Kör­per vor sich geht. Es ist Zeit für einen klei­nen Mens­trua­tions-Crash-Kurs! Denn ein umfas­sen­de­res Ver­ständ­nis unse­rer Peri­ode kann auch unse­ren Bezug zu ihr ver­bes­sern. In sechs ein­fa­chen Schrit­ten nähern wir uns heute der Mens­trua­tion und geben dir alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen rund ums monat­li­che Blu­ten. Ein klei­ner Flyer für deine Mens­trua­tion, quasi ein Mens­trua­tion 101. Los geht’s!

Was bedeu­tet Mens­trua­tion genau?

Mens­trua­tion ist der Pro­zess, bei dem monat­lich das Mens­trua­ti­ons­blut durch die Scheide aus­ge­schie­den wird. Dies fin­det in der Regel von der Puber­tät bis zur Meno­pause statt. Wuss­test du, dass die erste Peri­ode auch als Men­ar­che bezeich­net wird? Die Peri­ode ist Teil des natür­li­chen und von Hor­mo­nen gesteu­er­ten Mens­trua­ti­ons­zy­klus. Die monat­li­che Blu­tung wird als Mens­trua­tion, Peri­ode, Regel und noch unend­lich vie­len ande­ren Syn­ony­men oder Euphe­mis­men bezeich­net. Wel­che Aus­drü­cke kennst und benutzt du am liebs­ten für deine Mens­trua­tion? Schreib es gerne in die Kom­men­tare ganz unten.

Warum blu­ten wir eigent­lich monat­lich?

Die Gebär­mut­ter­schleim­haut ver­än­dert sich wäh­rend des Mens­trua­ti­ons­zy­klus abhän­gig von den Hor­mo­nen, ins­be­son­dere von Östro­gen, im Kör­per. Der Grund dafür ist die Vor­be­rei­tung auf eine mög­li­che Schwan­ger­schaft! Die befruch­tete Eizelle könnte sich in der dicke­ren Gebär­mut­ter­schleim­haut ein­nis­ten, was den Beginn einer Schwan­ger­schaft mar­kiert. Wenn es jedoch nicht zu einer erfolg­rei­chen Ein­nis­tung gekom­men ist, beginnt etwa zwei Wochen nach dem Eisprung die Mens­trua­tion. Der Beginn der Mens­trua­tion mar­kiert den ers­ten Tag eines neuen Zyklus. Die Mens­trua­tion ist ein rei­ni­gen­der Vor­gang, der wich­tig für den Kör­per ist.

Was pas­siert wäh­rend der Mens­trua­tion im Körper?

Wäh­rend der Mens­trua­tion wird der monat­li­che Auf­bau der Gebär­mut­ter­schleim­haut wie­der abge­baut. Das Mens­trua­ti­ons­blut und –gewebe fließt durch die kleine Öff­nung im Gebär­mut­ter­hals aus der Gebär­mut­ter hin­aus. Mens­trua­tion ist somit die monat­li­che Aus­schei­dung von Blut und Schleim­haut­ge­webe, die sich im Laufe des Mens­trua­ti­ons­zy­klus in der Gebär­mut­ter­schleim­haut auf­ge­baut hat.

Mythos Mens­trua­ti­ons­blut, was ist wirk­lich drin?

Mens­trua­ti­ons­blut ist streng genom­men nicht nur Blut, son­dern viel­mehr ein Gemisch aus Blut, abge­sto­ße­ner Gebär­mut­ter­schleim­haut, der unbe­fruch­te­ten Eizelle und Vagi­nal­schleim. Auch andere abge­stor­bene Zel­len fin­den sich in dem Gewebe-Mix wie­der. Des­we­gen ist das Mens­trua­ti­ons­blut auch nicht ganz flüs­sig, son­dern hat auch immer wie­der kleine Stück­chen oder Klümp­chen mit dabei. Der bes­sere Begriff für das Mens­trua­ti­ons­blut wäre wahr­schein­lich Mens­trua­ti­ons­flüs­sig­keit. Beson­ders gut kannst du die ver­schie­de­nen Kon­sis­ten­zen erken­nen, wenn du eine Mens­trua­ti­ons­tasse benutzt. Hier wird alles erst mal in einem Behäl­ter auf­ge­fan­gen und nicht etwa wie bei einem Tam­pon die Mens­trua­ti­ons­flüs­sig­keit direkt auf­ge­saugt.

Und wel­che Farbe hat dein Menstruationsblut?

Welche Farbe sollte das Mens­trua­ti­ons­blut haben?

Die Fär­bung des Mens­trua­ti­ons­blu­tes kann von hell­rot bis blut­rot rei­chen. Auch braun bis fast schwarz gehö­ren mit zur mög­li­chen Farb­pa­lette. Hier ist aber Auf­merk­sam­keit gebo­ten. Denn die Farbe dei­nes Mens­trua­ti­ons­blu­tes kann dir viel über deine Gesund­heit ver­ra­ten. Zu Beginn der Mens­trua­tion ist das Blut noch frisch und meist kräf­tig rot. Am Ende der Peri­ode ändert sich die Farbe der Mens­trua­ti­ons­flüs­sig­keit eher zu röt­lich-braun. Die Far­bän­de­rung hängt damit zusam­men, wie frisch oder ‚alt’ das Mens­trua­ti­ons­blut ist und ob das Blut bereits mit Sauer­stoff reagiert hat. Auch die Stärke der Mens­trua­tion hat Ein­fluss auf die Farbe der Mens­trua­ti­ons­flüs­sig­keit. Bei einer stär­ke­ren Blu­tung ist das Mens­trua­ti­ons­blut zum Bei­spiel eher dun­kel­rot mit klei­nen Klümp­chen. Bei einer schwä­che­ren Peri­ode ist die Farbe eher rosa-pink. Leichte Schmier­blu­tun­gen direkt vor der Mens­trua­tion, auch prä­men­stru­elle Blu­tun­gen genannt, sind oft bräun­lich. 

Wie viel Blut ver­liere ich pro Regel­blu­tung?

Im Durch­schnitt wer­den pro Mens­trua­tion rund 35 Mil­li­li­ter Blut ver­lo­ren. Solche Zah­len sind ja irgend­wie immer schwer greif­bar. Um es sich bes­ser vor­stel­len zu kön­nen: 35 ml ent­spre­chen in etwa zwei bis drei Ess­löf­feln! Aber alles zwi­schen 10 bis 80 ml Blut­ver­lust pro Mens­trua­tion ist nor­mal. Also min­des­tens einen Ess­löf­fel voll Blut soll­test du monat­lich haben und bis zu sechs Esslöf­fel könnten es wer­den. Klingt gar nicht so viel, oder? Falls du eine Mens­trua­ti­ons­tasse nutzt, kannst du wäh­rend dei­ner nächs­ten Mens­trua­tion mal dar­auf ach­ten, wie viel Blut du wirk­lich ver­lierst. Menstrua­ti­ons­tas­sen haben meist ein Auf­nah­me­ver­mö­gen von 10-25 ml.
Men­schen, die einen erhöh­ten Östro­gen-Level haben, blu­ten auf­grund des unaus­ge­gli­che­nen Hor­mon­haus­halts meist stär­ker. Gynä­ko­lo­gi­sche Erkran­kun­gen, wie zum Bei­spiel Endo­me­triose, kön­nen die Mens­trua­ti­ons­blu­tung zusätz­lich ver­stär­ken. Men­schen mit einem nied­ri­gen Östro­gen-Level haben hin­ge­gen im Ver­hält­nis leich­tere Blutungen.

Hast dich schon mal inten­si­ver mit dei­ner Mens­trua­tion auseinandergesetzt? 

Deine Mens­trua­tion ist dein monat­li­cher und kos­ten­lo­ser Gesund­heits­check. Vor allem die Farbe und auch die Stärke dei­ner Mens­trua­tio­nen kön­nen ein Indi­ka­tor für gesund­heit­li­che Pro­bleme sein. Es lohnt sich also, die Mens­trua­tion auf­merk­sam zu ver­fol­gen und Ver­än­de­run­gen zu notie­ren. Hast du noch andere Fra­gen zu dei­ner Mens­trua­tion? Dann nutze die Kom­men­tar­funk­tion oder schreibe uns eine pri­vate Nach­richt!

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.