Wenn Mens­trua­ti­ons­blut zu Kunst wird: Eine Fotogalerie

von Britta
Wenn Menstruationsblut zu Kunst wird, Periodenkunst, Vulvani

Es ging schon immer darum, Mens¬≠trua¬≠tion zu ver¬≠heim¬≠li¬≠chen und zu ver¬≠ste¬≠cken. Genau des¬≠halb trifft die Kunst mit Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut den Nerv der Zeit: Das Unsicht¬≠bare sicht¬≠bar machen. Das blu¬≠tige Geheim¬≠nis unz√§h¬≠li¬≠ger men¬≠stru¬≠ie¬≠ren¬≠der Men¬≠schen auf der gan¬≠zen Welt end¬≠lich auf¬≠l√∂¬≠sen. Denn eins ist sicher: Es wird immer Blut flie¬≠√üen. Und k√ľnst¬≠le¬≠risch ein Tabu zu bre¬≠chen, war schon seit je her eine gute Idee. Warum? Wenn Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut zu Kunst wird, wird sich bewusst mit der eige¬≠nen Mens¬≠trua¬≠tion auseinandergesetzt.

Wie den¬≠ken wir √ľber unsere eigene Menstruation?

Sei es im hygie¬≠nisch wei¬≠√üen Bade¬≠zim¬≠mer oder bei peri¬≠odi¬≠scher Kunst: Wie wir √ľber unsere eigene Mens¬≠trua¬≠tion den¬≠ken, hat direk¬≠ten Ein¬≠fluss dar¬≠auf, wie wir uns f√ľh¬≠len, wenn wir ein Bild von ihr sehen. Im End¬≠ef¬≠fekt ist Mens¬≠trua¬≠tion das Nor¬≠malste auf der Welt. Durch Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠kunst kann die All¬≠tags¬≠wirk¬≠lich¬≠keit vie¬≠ler Men¬≠schen sicht¬≠bar gemacht wer¬≠den ‚Äď sei es in abs¬≠trak¬≠ter Form oder durch reale Motive. Oft wird das Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut selbst als Farbe f√ľr die Bil¬≠der ver¬≠wen¬≠det. Malen mit Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut also, der nat√ľr¬≠lichs¬≠ten Farbe die¬≠ser Erde. Warum Geld f√ľr Mate¬≠ria¬≠lien aus¬≠ge¬≠ben, wenn der K√∂r¬≠per einem kos¬≠ten¬≠los jeden Monat neue Farbe schenkt? Es wird ver¬≠sucht, aus etwas Schmerz¬≠haf¬≠ten oder Ekli¬≠gem etwas Sch√∂¬≠nes und Beson¬≠de¬≠res zu schaf¬≠fen. Die Per¬≠spek¬≠tive auf Mens¬≠trua¬≠tion zu ver¬≠√§n¬≠dern und so die Bedeu¬≠tung der Mens¬≠trua¬≠tion umzu¬≠schrei¬≠ben ‚Äď zu ver¬≠bes¬≠sern. Den K√∂r¬≠per mehr anzu¬≠neh¬≠men und im Ein¬≠klang, in Har¬≠mo¬≠nie mit der Mens¬≠trua¬≠tion zu leben ‚Äď denn sie ist ein Geschenk. Ein Geschenk an uns alle, die Menschheit.

Wie ent¬≠stand die Idee zu ‚ÄöWenn Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut zu Kunst wird‚Äô?

Seit¬≠dem ich frei men¬≠stru¬≠iere, setze ich mich viel inten¬≠si¬≠ver mit mei¬≠ner eige¬≠nen Peri¬≠ode aus¬≠ein¬≠an¬≠der. Ich nehme mein Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut bewusst wahr. Das abge¬≠las¬≠sene Blut, inklu¬≠sive klei¬≠ner Kl√ľmp¬≠chen, zeich¬≠net oft sch√∂ne und bewe¬≠gende For¬≠men im Was¬≠ser der Toi¬≠let¬≠ten¬≠schale. Auch beim Auskip¬≠pen der Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠tasse ver¬≠f√§rbt sich das durch¬≠sich¬≠tige Was¬≠ser in viele Rot¬≠t√∂ne und zieht ihre Kreise nach sich. Vor allem wenn gesp√ľlt wird, wir¬≠belt sich das rot¬≠ge¬≠f√§rbte Was¬≠ser auf und erzeugt wun¬≠der¬≠sch√∂ne Stru¬≠del. Seit¬≠dem ich mein Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut so sehe und wahr¬≠nehme, habe ich eine ganz neue Wert¬≠sch√§t¬≠zung gegen¬≠√ľber mei¬≠ner Peri¬≠ode ent¬≠wi¬≠ckelt. Hast du dein Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut jemals rich¬≠tig ange¬≠schaut? Klei¬≠ner Tipp: Das n√§chste Mal, wenn du deine Tage hast, schau genau hin, bevor und w√§h¬≠rend du die Sp√ľ¬≠lung bet√§¬≠tigst. Du wirst dich wun¬≠dern, wie sch√∂n dein Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut sein kann!

Der k√ľnst¬≠le¬≠ri¬≠sche Anspruch von Kunst aus Menstruationsblut

Sch√∂n¬≠heit liegt im Auge des Betrach¬≠ters (oder eben der Betrach¬≠te¬≠rin) ‚Äď eine Aus¬≠sage oder zumin¬≠dest ein Gef√ľhl so alt wie die Kunst selbst. Hoch¬≠wer¬≠tige und anspruchs¬≠voll √§stethi¬≠sche Kunst zu kre¬≠ieren, liegt in der Macht eines jeden Men¬≠schen. Es bedarf √úbung und ein Gesp√ľr f√ľr Kunst, wel¬≠ches sich mit der Zeit auf¬≠baut. Dabei ist das Mate¬≠rial zweit¬≠ran¬≠gig. Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut eig¬≠net sich ebenso gut zum Kre¬≠ieren wie Acryl¬≠farbe oder andere typi¬≠sche Far¬≠ben. Die Resul¬≠tate k√∂n¬≠nen zwei¬≠fels¬≠frei als Kunst ange¬≠se¬≠hen wer¬≠den. Die Phan¬≠ta¬≠sie der Betrachter*innen wird befl√ľ¬≠gelt. Es enste¬≠hen kom¬≠plexe For¬≠men und Far¬≠ben, in dem das mensch¬≠li¬≠che Auge und die Vor¬≠stel¬≠lungs¬≠kraft eines jeden Ein¬≠zel¬≠nen die unglaub¬≠lichs¬≠ten Dinge sehen k√∂n¬≠nen. Gesich¬≠ter, Tiere, Land¬≠schaf¬≠ten, Unter¬≠was¬≠ser¬≠wel¬≠ten, Men¬≠schen ‚Äď das alles kann sich in einem Bild, ent¬≠stan¬≠den durch Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut, widerspiegeln.

Warum ich Kunst aus Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut mache?

Ich m√∂chte der Welt zei¬≠gen, dass Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut nicht eklig ist. Es ist nichts, was wir ver¬≠ste¬≠cken m√ľs¬≠sen oder wof√ľr wir uns sch√§¬≠men m√ľs¬≠sen. Es geht auch anders. Und ich m√∂chte Men¬≠schen zei¬≠gen, dass meine Mens¬≠trua¬≠tion ein nat√ľr¬≠li¬≠cher Teil von mir und mei¬≠nem Zyklus ist. Solange Mens¬≠trua¬≠tion noch tabui¬≠siert wird, bleibe ich krea¬≠tiv. Und ich √ľber¬≠nehme gerne die Rolle der ‚Äöpro¬≠vo¬≠ka¬≠ti¬≠ven‚Äô Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠k√ľnst¬≠le¬≠rin, die Bil¬≠der und Kunst¬≠werke von Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut ver¬≠√∂f¬≠fent¬≠licht und Men¬≠schen sich beim Anblick fra¬≠gen: Das ist doch jetzt nicht wirk¬≠lich ech¬≠tes Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut, oder? Doch das ist es.

Und wie sam­melt man das Menstruationsblut?

Ich per¬≠s√∂n¬≠li¬≠che fange das Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut zum Bei¬≠spiel mit einer Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠tasse direkt in mei¬≠nem K√∂r¬≠per auf. Am liebs¬≠ten men¬≠stru¬≠iere ich jedoch frei, wo ich dann eine kleine Tasse mit auf die Toi¬≠lette nehme und darin das abge¬≠sto¬≠√üene Blut auf¬≠fange. Hier¬≠bei geht nat√ľr¬≠lich auch schnell mal was dane¬≠ben und lan¬≠det direkt in der Toi¬≠lette. Das ist aber ok.

Was pas­siert nor­ma­ler­weise mit Menstruationsblut?

Am liebs¬≠ten wird sich gar nicht wirk¬≠lich mit dem eige¬≠nen Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut aus¬≠ein¬≠an¬≠der¬≠ge¬≠setzt. Uns wird bei¬≠gebracht, dass es etwas Ekli¬≠ges ist, was wir auf jeden Fall ver¬≠ste¬≠cken soll¬≠ten. Oft wird das Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut mit¬≠hilfe eines Tam¬≠pons direkt im K√∂r¬≠per auf¬≠ge¬≠fan¬≠gen und bei der n√§chs¬≠ten Gele¬≠gen¬≠heit direkt wie¬≠der weg¬≠ge¬≠schmis¬≠sen. Auch Bin¬≠den lan¬≠den nach ein paar Stun¬≠den sofort im M√ľll¬≠ei¬≠mer. Am bes¬≠ten hin¬≠ter ver¬≠schlos¬≠se¬≠nen T√ľren. Und es wird mit alle M√ľhe ver¬≠sucht, die eigene Mens¬≠trua¬≠tion zu ver¬≠ber¬≠gen. So als ob sie gar nicht exis¬≠tie¬≠ren w√ľrde. Und wenn doch mal was dane¬≠ben geht und kleine rote Fle¬≠cken auf der Bett¬≠w√§¬≠sche oder der Unter¬≠w√§¬≠sche gelan¬≠det sind, wird es vol¬≠ler Scham verheimlicht.

Riecht das Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut nicht?

Ver¬≠wun¬≠der¬≠lich war f√ľr mich (und Jamin, mei¬≠nem treuen Foto¬≠gra¬≠fen) vor allem, dass das Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut ‚Äď ent¬≠ge¬≠gen der ver¬≠brei¬≠ten Annahme ‚Äď √ľber¬≠haupt nicht riecht. Selbst nach ein paar Tagen nicht! Inter¬≠es¬≠sant ist aber, dass je nach Zyklus¬≠tag das fri¬≠sche Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut unter¬≠schied¬≠lich Rot¬≠t√∂ne hat. Teil¬≠weise geht es gerade am Anfang und am Ende der Peri¬≠ode auch in Rich¬≠tung Braun¬≠t√∂ne. Wenn ein¬≠mal mit dem Mens¬≠trua¬≠ti¬≠ons¬≠blut gemalt wurde und es auf dem Papier mit der Zeit an der Luft trock¬≠net, √§ndert sich selbst das kr√§f¬≠tigste Rot ins Br√§un¬≠li¬≠che. Nach und nach wird es auch etwas blas¬≠ser. Sehr inter¬≠es¬≠sant, die Ver¬≠√§n¬≠de¬≠run¬≠gen so sehen zu k√∂nnen.

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani / | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Gr√ľn¬≠de¬≠rin von Vul¬≠vani. Am liebs¬≠ten recher¬≠chiert, schreibt und kon¬≠zi¬≠piert sie den gan¬≠zen Tag neue Arti¬≠kel oder inno¬≠va¬≠tive Bil¬≠dungs¬≠for¬≠mate rund um Mens¬≠trua¬≠tion. Wenn sie nicht in der wei¬≠ten Welt unter¬≠wegs ist, genie√üt sie ihre Zeit mit lie¬≠ben Men¬≠schen im sch√∂¬≠nen Hamburg.

Veröffentlicht am 6. April 2020
Von Britta
Britta Wiebe is the co-founder of Vulvani. She loves researching, writing and designing new articles or innovative educational concepts about menstruation all day long. When she is not travelling the world, she enjoys spending time with her loved ones in the beautiful city of Hamburg in Germany.

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