‚Mens­trua­tion around the world’ ist eine The­men­reihe von Vul­vani, die ver­sucht die Viel­falt von Mens­trua­ti­ons­er­fah­run­gen in aller Welt auf­zu­zei­gen. Wir por­trä­tie­ren Per­so­nen aus ver­schie­de­nen Län­dern mit ihren per­sön­li­chen Geschich­ten. Lasst uns gemein­sam die wun­der­bare Welt der Mens­trua­ti­ons­er­fah­run­gen erkun­den und gemein­sam mehr Endo­me­triose und Ade­no­myose lernen.

Die chro­ni­schen Krank­hei­ten Endo­me­triose und Ade­no­myose berei­ten Naiema aus Indien schmer­zen bei der Mens­trua­tion. Trotz­dem hat sie eine posi­tive Ein­stel­lung zu ihrer Peri­ode und erlebt sie als monat­li­che emo­tio­nale Rei­ni­gung. Ein Ziel von Naiema ist es, Endo­me­triose mehr in das Bewusst­sein der Öffent­lich­keit zu holen. Wie sie ihre Mens­trua­tion erlebt und was ihr bei den Schmer­zen hilft, erzählt sie uns in die­sem Inter­view. Vie­len Dank für die per­sön­li­chen Ein­bli­cke und Dei­nen Einsatz!

Per­sön­li­che Eckdaten

Name: Naiema
Alter: 28
Geschlecht: Weib­lich
Geburts­land: Indien
Wohn­ort: Hyder­abad, Indien
Job: Leh­re­rin bei Teach for India
Alter bei der ers­ten Peri­ode: 14
Lieb­lings-Mens­trua­ti­ons­pro­dukt: Stoff­binde (Wech­sel zu die­sem Pro­dukt steht noch an)
Kos­ten pro Mens­trua­tion: 200 Indi­sche Rupien/ ca. 2,26€ (Stand: 16.02.2021)
Ver­hü­tungs­me­thode: Keine

1. Wie wird Mens­trua­tion in dei­ner Fami­lie, Kul­tur oder auch Land gesehen? 

In mei­ner Fami­lie wird sie ganz nor­mal ange­se­hen, es wird aber nicht dar­über gespro­chen oder ihr viel Auf­merk­sam­keit geschenkt. In mei­nem Land ist die Mens­trua­tion jedoch immer noch ein Tabu­thema in der Öffent­lich­keit. Die Men­schen fan­gen erst jetzt an, dar­über zu spre­chen. Zum Bei­spiel ist es selbst in Schulen/Hochschulen noch sehr ver­pönt, nach einem Tam­pon zu fragen.

2. Wie und von wem wur­dest du über Mens­trua­tion aufgeklärt?

Etwa im Alter von 10 Jah­ren, weil meine Freun­din­nen bereits men­stru­ier­ten. Aber ich wusste nicht wirk­lich was es bedeu­tete, bis ich selbst meine Mens­trua­tion bekam.

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Photo Credits: Naiema

3. Erzähl ein biss­chen von dei­ner ers­ten Peri­ode in der Schule.

Ich bekam meine erste Peri­ode in der Schule. Men­tal war ich bereits etwas vor­be­rei­tet, da ich schon ein oder zwei Tage lang Unter­leibs­krämpfe hatte. Ich wusste, was mich erwar­tete und fragte meine Freun­din­nen nach einem Tam­pon. Zum Glück hat­ten sie einen dabei und für den Rest des Tages lief alles nor­mal weiter.

4. Wie stehst du zu dei­ner eige­nen Mens­trua­tion und dem Periodentabu? 

Ich mag meine Mens­trua­tion. Sie fühlt sich wie eine monat­li­che Rei­ni­gung von Emo­tio­nen an, da PMS eine kathar­ti­sche Wir­kung hat. Aller­dings leide ich an Endo­me­triose und Ade­no­myose, was die Peri­ode erschwert. Wäh­rend die Endo­me­triose den gan­zen Kör­per betrifft, ist die Ade­no­myose eine Gebär­mut­ter spe­zi­fi­sche Erkran­kung, die in letz­ter Zeit starke und schmerz­hafte Regel­blu­tun­gen ver­ur­sacht hat.

5. Wel­che Mens­trua­ti­ons­pro­dukte hast du schon ausprobiert?

Ich benutze seit lan­gem Tam­pons, da jedes andere Pro­dukt ent­we­der Schmer­zen ver­ur­sacht oder es Pro­bleme bei der Pflege gibt, da ich chro­ni­sche Krank­hei­ten habe. Vor kur­zem habe ich jedoch eine Stoff­binde aus­pro­biert und über­lege, dau­er­haft dar­auf umzusteigen.

6. Was machst du am liebs­ten, wenn du deine Tage hast?

Ich schaue Serien mit einem Heiz­kis­sen auf dem Bauch. Esse eine Menge Junk­food und chille auf mei­nem Sofa. Ich hasse es, wäh­rend mei­ner Peri­ode zu arbei­ten, da es sich sehr anstren­gend anfühlt.

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Photo Credits: Naiema

7. Wie fühlst du dich wäh­rend dei­ner Periode?

Hüh­ner­suppe ist das beste Mit­tel gegen Unter­leibs­krämpfe. Ich ver­wende auch Can­na­bis zur Schmerz­be­hand­lung. War­mes Duschen hilft auch, die Lethar­gie in mei­nem Kör­per zu verringern.

8. Mit wem sprichst du über Mens­trua­tion, Endo­me­triose und Ade­no­myose?

Ich spre­che vor allem mit mei­ner Insta­gram-Com­mu­nity, da ich aktiv Bewusst­sein für Endo­me­triose schaf­fen möchte.

9. Hast du eine beson­dere Menstruationsgeschichte?

Ich glaube, es war wäh­rend eines Arzt­be­su­ches. Ich musste mich einem vagi­na­len Ultra­schall unter­zie­hen und meine Peri­ode hatte begon­nen. Also erzählte ich mei­nem Arzt davon und er sagte, dass das völ­lig in Ord­nung sei und er mit dem Ultra­schall wei­ter­ma­chen könne. Das gab mir das Gefühl, dass Peri­oden ganz nor­mal und ein Teil unse­res Lebens sind. Ich machte mir Sor­gen, das Ultra­schall­ge­rät zu ver­schmut­zen und den Arzt in eine unan­ge­nehme Situa­tion zu brin­gen, aber für ihn war das gar kein Thema.

10. Möch­test du noch etwas ande­res über das Peri­oden­tabu erzählen?

Nor­ma­li­siert Sex und Selbst­be­frie­di­gung wäh­rend der Periode!

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Photo Credits: Naiema

Hast du Lust ein Teil von ‚Mens­trua­tion around the world’ zu werden?

Wir hof­fen, die Por­träts von men­stru­ie­ren­den Men­schen so viel­fäl­tig und divers wie mög­lich prä­sen­tie­ren zu kön­nen. Und dafür brau­chen wir dich – ganz egal, wie du zu dei­ner eige­nen Mens­trua­tion stehst oder woher du kommst! Wenn du Lust hast, Teil die­ser Serie zu wer­den und deine per­sön­li­chen Erfah­run­gen sowie Gedan­ken über Mens­trua­tion mit uns zu tei­len, dann schreibe uns eine Nach­richt oder fülle ein­fach den Fra­gen­bo­gen aus (auch anony­mi­siert mög­lich). Wir freuen uns schon jetzt, deine Geschichte mit der Vul­vani-Com­mu­nity zu teilen!

Britta 
Co-Foun­de­rin Vulvani | britta@vulvani.com | Web­site | + posts

Britta Wiebe ist die Co-Grün­de­rin von Vul­vani. Am liebs­ten recher­chiert, schreibt und kon­zi­piert sie den gan­zen Tag neue Arti­kel oder inno­va­tive Bil­dungs­for­mate rund um Mens­trua­tion. Wenn sie nicht in der wei­ten Welt unter­wegs ist, genießt sie ihre Zeit mit lie­ben Men­schen im schö­nen Hamburg.