Neue Studie zu Corona-Impfung und Zyklus: Alles normal!

Ausbleibende Perioden, starke Blutungen oder veränderte Längen des Menstruationszyklus? Das alles berichteten menstruierende Menschen nach ihren Impfungen gegen Covid-19. Doch eine neue Studie gibt Entwarnung: Die Corona-Impfung kann den menstruellen Zyklus zwar beeinflussen; aber nur minimal und alles bleibt im Normalbereich.

Seit Beginn der Impfkampagne gibt es Besorgnisse über die Auswirkungen der Corona-Impfungen. Neben vielen verschiedenen Folgefragen kam vermehrt die Sorge auf, dass die Corona-Impfung den Zyklus beeinflussen kann. So berichteten geimpfte Menstruierende nach ihren Impfungen von Veränderungen in Zyklen und Perioden. Zeit also, sich das genauer anzusehen!

Ohne Risiken und Nebenwirkungen?

Ende Juli 2021 hatte das Paul-Ehrlich-Institut (führt Inspektionen während der Impfstoffentwicklung und für die Marktzulassung in Deutschland durch) nach den Meldungen von Unregelmäßigkeiten in den Menstruationszyklen Entwarnung gegeben und ein Risiko ausgeschlossen: „Aufgrund der Spontanmeldungen und unter Berücksichtigung der Impfquote wird derzeit kein Risikosignal gesehen.“ Darauf folgt nun eine neue Studie im Fachjournal Obstetrics & Gynecology. In dieser wurde der Zusammenhang zwischen der Länge des Menstruationszyklus und der Impfung gegen das Coronavirus untersucht.

Studie untersucht den Einfluss der Corona-Impfung auf den Zyklus

Mithilfe der App „Natural Cycles“ untersuchten die Forscher:innen im Zeitraum von Oktober 2020 bis September 2021 US-Bürgerinnen im Alter von 18-45 Jahren mit normaler Zykluslänge (24-38 Tage). Analysiert wurden hier zwei Gruppen: Geimpfte und Ungeimpfte. Bei der geimpften Gruppe wurden drei aufeinanderfolgende Zyklen vor der ersten Impfdosis, gefolgt von drei Zyklen mit Impfdosis analysiert. Geimpft wurde diese Gruppe mit Pfizer-BioNTech (55 %), Moderna (35 %) und Johnson & Johnson/Janssen (7 %). Über einen ähnlichen Zeitraum wurden sechs Zyklen bei der ungeimpften Gruppe genauer betrachtet. In dem Datensatz aus 3.959 Personen (2.403 geimpfte; 1.556 ungeimpfte) konnten daraufhin die Veränderungen in der Zyklus- und Menstruationslänge berechnet werden.

Ergebnisse: Corona-Impfung sorgt für Veränderungen im Zyklus, aber nur minimal

Insgesamt unterschieden sich die Veränderungen der Zykluslänge zwischen der geimpften und der ungeimpften Gruppe um weniger als einem Tag (Dosis 1: 0,64 Tage; Dosis 2: 0,79 Tage) und ergaben keinen signifikanten Unterschied. Diese Veränderungen pendelten sich jedoch im Laufe der nächsten Monate wieder ein. Es gibt demnach keinen Zusammenhang der Impfung mit Veränderungen in der Menstruationsdauer. Auch interessant: 358 Personen erhielten beide Impfdosen innerhalb eines einzigen Zyklus. Diese Geimpften hatten einen (um ca. zwei Tage) längeren Zyklus in den beiden darauffolgenden Monaten. Hier schreiben Edelmann et al.: „Obwohl bei etwa 10 % dieser Personen eine klinisch bemerkenswerte Veränderung der Zykluslänge von 8 Tagen oder mehr auftrat, schwächte sich diese Veränderung innerhalb von zwei Zyklen nach der Impfung schnell ab.“

Norwegische Studie bestätigt Ergebnisse

In einer norwegischen Studie zum Auftreten von Menstruationsstörungen nach einer COVID-19-Impfung wurden 18- bis 30-jährige Menstruierende mithilfe einer Handy-Umfrage befragt. Die Studie mit den 5.688 menstruierenden Teilnehmer:innen bestätigte, dass Menstruationsstörungen unabhängig von der Impfung auftreten. Bereits vor der Coronaimpfung berichteten 38 % der Teilnehmer:innen von Unregelmäßigkeiten mit ihrer Menstruation. Die Forscher:innen fanden wie in der US-Studie eine Zunahme von Menstruationsstörungen nach der Impfung: Stärkere Blutungen als üblich, längere Dauer und nur kurze Intervalle zwischen den Menstruationen. 39 % der befragten Personen berichteten von Unregelmäßigkeiten nach der ersten Impfdosis und 41 % nach der zweiten. Besonders stärkere Blutungen fielen ihnen auf. Auch hier pendelten sich die Symptome jedoch nach spätestens zwei Monaten wieder ein.

Was kann den menstruellen Zyklus beeinflussen?

Der Menstruationszyklus ist ein Zeichen für die Gesundheit und Fruchtbarkeit von menstruierenden Menschen. Der Begriff „Zyklus“ ist hier besonders wichtig, denn der menstruelle Zyklus ist nicht statisch, sondern von Monat zu Monat unterschiedlich. Dieser Zyklus wird durch die Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse reguliert, welche durch Lebens-, Umwelt- und Gesundheitsstressoren beeinflusst werden kann. Das kann z.B. sein: psychischer Stress, ein veränderter Hormonhaushalt oder Immunstress und Entzündungsreaktionen. „mRNA-Impfstoffe erzeugen eine starke Immunreaktion oder einen Stressor, der bei richtigem Timing die Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse vorübergehend beeinflussen könnte“, schreiben Edelmann et al.

Was heißt das alles jetzt genau?

Menstruierende Personen haben eine variierende Zykluslänge. Das ist unabhängig vom Impfstatus. Die US-Studie zeigte, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Zykluslänge zwischen geimpften und ungeimpften Personen gab. Diese minimalen Veränderungen im Zyklus lassen sich jedoch auch mit dem Stress der Pandemie erklären, da beide Gruppen zur gleichen Zeit einen veränderten Zyklus aufwiesen. Prinzipiell bedeutet das: Keine Angst vor der Impfung! Zwar kann es bei der Coronaimpfung zu temporären Veränderungen im Zyklus kommen, diese sind jedoch nur vorübergehend und minimal. Es ist normal, dass der Zyklus auf äußere Einflüsse, wie z.B. eine Impfung, reagiert und sich dadurch kurzfristig verändert. Edelmann et al. beschreiben es so: „Im Gegensatz dazu kann eine akute schwere Erkrankung mit oder ohne Septikämie, wie z. B. COVID-19, die Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse katastrophal beeinträchtigen, manchmal sogar dauerhaft.“ Eine Erkrankung am Virus kann also schwerwiegendere Folgen haben als die Impfung.

Persönliche Erfahrungen aus dem Vulvani-Team

Da Studien und Zahlen oft recht abstrakt wirken können, möchten wir euch auch gerne noch von den persönlichen Erfahrungen aus unserem Team erzählen:

Unsere Co-Gründerin Britta hat sich wie empfohlen dreimal gegen Corona impfen lassen. Weil sie weiß, dass der Menstruationszyklus vor allem in der Follikelphase (Zyklusphase von Beginn der Menstruation bis zum Eisprung) sensibler auf äußere Einflüsse reagiert, hat sie alle drei Impftermine in die Lutealphase (Zyklusphase vom Eisprung bis zum Start der Menstruation) gelegt. Und der Plan ist bei ihr aufgegangen: Ihr Zyklus und auch ihre Menstruation haben sich durch die Corona-Impfung nicht verändert. Womit Britta jedoch nicht rechnete: Anfang des Jahres erkrankte sie an Corona (sie hatte keinen schlimmen Verlauf und es geht ihr mittlerweile wieder gut). Das Überraschende war jedoch nicht nur der positive Corona-Test, sondern dass sie gleichzeitig ihre Periode bekam. Wie sie ihre Periode und Corona gleichzeitig gemanagt hat und warum es eigentlich gar keine schlechte Kombi ist, erfährst du hier.

Ich selbst habe mich auch insgesamt dreimal impfen lassen (1. & 2. Impfung Moderna; 3. Impfung BioNTech) und Veränderungen in meiner Zykluslänge festgestellt. Alle meine Impfungen waren direkt nach meiner Periode, in meiner Follikelphase. Vor und während der Impfungen waren meine Zyklen ca. 24-26 Tage lang. Nach den ersten zwei Corona-Impfungen mit dem Moderna-Impfstoff, bemerkte ich jedoch eine Verlängerung meines Zyklus auf 32 Tage. Bis zu meiner dritten Impfung (Januar 2022) hatte ich eine Zykluslänge von 28-32 Tagen. Erst während meines letzten Zyklus und der dritten Corona-Impfung hatte sich mein Zyklus wieder auf 25 Tage normalisiert. Mein Zyklus hat sich also verlängert, aber auch wieder normalisiert, wie auch die Studie berichtete. Eine Veränderung während der Periode ist mir nicht aufgefallen.

Wie hat sich dein Zyklus durch die Corona-Impfung verändert?

Du willst deine eigenen Erfahrungen mit Nebenwirkungen mitteilen? Dann schau bei der App SafeVac 2.0 rein, die eine Erhebung der Verträglichkeit von COVID-19-Impfstoffen durchführt. Wir freuen uns auch auf deine persönlichen Erfahrungen in den Kommentaren.

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Februar 23, 2022
Vivi studiert Journalistik und Kommunikationswissenschaft im schönen Hamburg und ist seit Juli Teil des Vulvani-Teams im Bereich Social Media und Content. Ihre Lieblingsaktivitäten sind: mit Freund:innen durch die Stadt spazieren, Serien bingen und leckeres veganes Essen kochen/schmausen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Sie interessiert sich sehr für Menstrual Health und findet, dass es noch soooo viel über den menschlichen Körper zu lernen gibt. Instagram | LinkedIn

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