++ Disclaimer ++
Dieser Artikel basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und folgt keinen wissenschaftlichen Studien. Er enthält keinerlei Handlungsempfehlungen oder gesundheitliche Beratung. Auch dienen die Informationen hier nicht zur Eigendiagnostik. Bei Problemen und Verdachtsfällen in Bezug auf Corona und Menstruation, wende dich immer direkt an das ärztliche Fachpersonal deines Vertrauens. Hier geht es zu den aktuellen Informationen des Robert Koch Instituts und einer kurzen Zusammenfassung des RKI zum Thema Corona (Stand Mai 2022).
Ich hatte Corona und meine Periode … gleichzeitig!
Corona und Menstruation? Heute erzähle ich euch von meinen persönlichen Erfahrungen mit Corona und Menstruation. Ich gebe euch einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen, wenn alles zusammenkommt und warum mir meine Basaltemperatur verraten hat, dass etwas nicht stimmt. Vorab kann ich euch schon mal eins verraten: Ich habe alles gut überstanden und es war gar nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick vielleicht klingen mag.
Wir bluten ungefähr 20-25 % des Monats
Du hast dich bestimmt schon gefragt, wie es wirklich ist Corona zu haben? Und hast du vielleicht auch schon mal überlegt, wie es wäre Corona und Menstruation gleichzeitig zu bekommen? Für viele wahrscheinlich die gefühlt schlechteste Kombi, ever. Aber dennoch für viele von uns Realität. Denn wenn wir ungefähr 20-25 % des Monats bluten, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, auch genau in dieser Woche einen positiven Corona-Test in der Hand zu halten. Was bedeutet es also, wenn wir unsere Menstruation und Corona gleichzeitig erleben? Wie fühlt es sich wirklich an? Und ist unsere Menstruation dadurch anders?

Waren das schon die allerersten Anzeichen?
Sonntag habe ich abends noch einen Corona-Schnelltest zu Hause gemacht, bevor es zu Freund:innen ging, um gemeinsam leckere selbstgemachte Tacos zu essen. Negativ. Montagmorgen hatte ich dann einen leicht flauen Magen, was aber schnell wieder vorbei war. Vielleicht hatte ich am Abend vorher einfach zu viel gegessen? Oder waren die Hormone dafür verantwortlich? Es war Zyklustag 25 für mich und kurz vor meiner Periode ist mein Magen manchmal ein bisschen durcheinander. Soweit also alles noch wie immer, dachte ich.
Habe ich Corona oder ist das nur PMS?
Am Dienstag war ich dann einfach nur müde und auch irgendwie emotional überfordert. Die Arbeit hatte sich schwer angefühlt und ich konnte mich nicht konzentrieren. Mittlerweile war ich bei Zyklustag 26, also genau in der Blüte der Lutealphase. Diese Phase im Zyklus kennen viele auch unter dem Begriff PMS – Prämenstruelle Sensibilität. Also dachte ich, dass ich meine Emotionen und Gefühle auf PMS schieben konnte. Weil ich aber so energielos und schlapp war, habe ich nachmittags den Laptop viel früher als sonst zugemacht und mich ins Bett gelegt. Ich wollte mich ausruhen und ein kleines Mittagsschläfchen machen … Daraus sind drei Stunden geworden! Hups. Wenigstens habe ich mich danach um einiges besser gefühlt. Doch abends sind dann noch dolle Kopfschmerzen dazugekommen, die ich zum Glück eher selten habe. Trotzdem dachte ich in diesem Moment noch: Das ist einfach nur PMS. Ich bin aber trotzdem früh schlafen gegangen.
Erhöhte Basaltemperatur und Corona
Am nächsten Morgen kam dann der große Aha-Moment! Wie jeden Morgen habe ich halb verschlafen meine Basaltemperatur gemessen. Als ich dann auf dem Thermometer die Zahl gelesen habe, dachte ich, ich hätte mich verlesen. Ich habe schnell mein Handylicht angemacht, um nochmal zuschauen. Da stand: 37,6 Grad. Das ist noch nicht ganz Fieber. Aber trotzdem haben sofort die Alarmglocken in meinem Kopf geläutet: Das kann doch nicht stimmen!? Das ist viel zu hoch! So einen hohen Wert hatte ich noch nie … Das passt gar nicht mehr richtig auf mein Zyklusblatt!
Wie Zyklusbeobachtung uns Infos in Echtzeit über unseren Körper geben kann
Am Tag davor lag meine Basaltemperatur noch bei 36,8 Grad – für mich ein normaler Wert für die Lutealphase (die Zeit zwischen Eisprung und Periode). Ich tracke seit ein paar Jahren täglich meine Basaltemperatur und weiß, dass so ein extremer Temperatursprung von einem auf den nächsten Tag für mich nicht normal ist. Ich war an Zyklustag 28 und eigentlich hätte meine Basaltemperatur in Vorbereitung auf meine Menstruation niedriger werden sollen. Ich wusste sofort: Hier stimmt etwas nicht!
Meine Kopfschmerzen waren über Nacht leider nur ein bisschen besser geworden und leichte Halsschmerzen waren auch noch dazu gekommen. Das waren doch die Anzeichen für Corona, oder? Ich habe direkt einen Schnelltest gemacht und sofort waren die beiden roten Striche zu sehen: Positiv.

Warum Zyklusbewusstsein so besonders ist
Noch bevor ich einen Corona-Test gemacht habe, wusste ich durch meine Basaltemperatur, dass irgendetwas nicht stimmt. Genau aus diesem Grund liebe ich es, meinen Zyklus zu beobachten. Wenn wir wissen, wie wir die verschiedenen Signale unseres Körpers richtig lesen und deuten können, kann uns vor allem unser Menstruationszyklus wahres Insider-Wissen über unsere Gesundheit in Echtzeit mitteilen. Und das finde ich einfach immer wieder sehr besonders, wenn ich es auf so konkrete Weise erlebe. Weil ich meinen Zyklus täglich beobachte, weiß ich, was für mich normal ist. Meine erhöhte Basaltemperatur hat mir schon morgens im Bett verraten: Irgendwas ist heute anders in deinem Körper!
Mein Corona-Tagebuch: Netflix und chill
Da lag ich nun, mit positivem Test. Quarantäne war angesagt. Da ich ohnehin recht schlapp war, bin ich einfach im Bett geblieben und habe viel geschlafen. Zum Glück hatte ich durch meine zyklische Arbeitsweise für meine PMS-Zeit und die ersten Tage meiner Menstruation nur sehr wenige externe Meetings geplant. Meine Termine (auch digitale Calls) habe ich direkt alle abgesagt, um mich gut ausruhen zu können. Später habe ich irgendwann angefangen die Serie “Workin‘ Moms” auf Netflix zu schauen – mit fünf Staffeln perfekt für ein paar Tage im Bett. Die Kopfschmerzen wurden weniger und ich habe mich ok gefühlt. Ich habe einfach viel im Bett gechillt. Tag eins und zwei sind recht unspektakulär vergangen. Ich hatte zum Glück einen sehr milden Verlauf und neben leichten Kopfschmerzen und Schlappheit eigentlich keine anderen Beschwerden.
Wenn alles zusammenkommt: Corona und Menstruation
Am Freitag, Zyklustag 30, ist meine Basaltemperatur dann gesunken (36,3 Grad) – so wie ich es von meinem Zyklus am Ende der Lutealphase kenne. Ich wusste: Heute beginnt meine Periode. Also wurde aus Zyklustag 30 schon bald Zyklustag 1. Mein Corona-Tagesplan: Netflix im Bett und ausruhen. Das passt ehrlich gesagt ziemlich gut zu meinem idealen Tagesplan während der Menstruation. Ich habe einfach noch mehr Tee getrunken und mir meine Wärmflasche mit ins Bett geholt. Gespannt, ob sich meine Menstruation durch Corona verändert, habe alles genau beobachtet und in meinem Zyklus-Journal aufgeschrieben.
Hat sich meine Menstruation durch Corona verändert?
Meine Menstruation war definitiv anders als sonst. Hier ein kleiner Überblick für dich:
- Die ersten beiden Tage meiner Menstruation waren stärker als sonst und ich hatte recht viel Blutklümpchen, was auch nicht typisch für meine Menstruation ist.
- Am dritten Tag war meine Periode gefühlt schon wieder vorbei und ich hatte nur noch ganz wenig Bluttropfen über den Tag verteilt. Auch nicht normal für mich – normalerweise habe ich dann noch eine normale Blutung.
- Am vierten und fünften Tag hatte ich, wie sonst auch, noch eine leichte Blutung.
- Am sechsten Tag hatte ich noch eine leichte Schmierblutung und dann war die Menstruation auch schon wieder vorbei.
Auch wenn die Stärke meiner Blutung (inklusive Blutklümpchen) an den einzelnen Tagen ganz anders als sonst war, war meine Periode ähnlich lang. Was ich besonders interessant finde: Auch die Blutmenge war wie sonst, nur eben ganz anders über die sechs Tage verteilt.
Wenn die Quarantäne gut für deine Periodenschmerzen ist
Auch meine Schmerzen oder Krämpfe waren nur leicht. Ich glaube, hier war vor allem die Quarantäne ein Pluspunkt für meine Periode. Wenn ich mich während der ersten Tage meiner Periode gut ausruhe und meine Wärmflasche bei mir habe, bedankt sich mein Körper meist mit nur leichtem Unwohlsein. Da ich aufgrund von Corona ohnehin keine Termine hatte und den ganzen Tag im Zimmer war (und ja auch sein musste), konnte ich meinem Körper die Ruhe geben, die er für die Menstruation brauchte.

Corona und Menstruation: Vielleicht doch ok?
Mein persönliches Fazit: Corona und Menstruation ist gar nicht so eine schlechte Kombi, wie ich anfangs gedacht hatte. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn ich nicht an Corona erkrankt wäre … Aber beides gleichzeitig zu erleben, hat für mich persönlich gut passt. Denn sowohl Corona als auch meine Periode haben sich dasselbe von meinem Körper gewünscht: Ruhe. Und genau das konnte ich mir selbst wegen der Quarantäne schenken. Ohne mich schlecht zu fühlen, habe ich eine Woche im Bett verbracht – mit Netflix, Buch und Wärmflasche. Hätte schlimmer kommen können. Auch wurde die Erkrankung für mich etwas entmystifiziert. Vorher war es in meiner Wahrnehmung immer die “unsichtbare Gefahr”. Nun, dass ich Corona hatte, ist zumindest die Angst genommen, einen schweren Verlauf zu bekommen. Ich bin dankbar für meinen Körper, dass er das alles so gut mitgemacht hat und für die Impfungen (geboostert), die einen schwereren Verlauf wahrscheinlich verhindert haben.
Wissenschaftliche Studien fehlen leider noch
Die Wissenschaft macht immer mehr Fortschritte und mittlerweile sind die ersten Studienergebnisse veröffentlicht, die den Einfluss der Corona-Impfung auf unseren Zyklus untersuchen. Hier war vor allem die Zykluslänge im Fokus der Studie. Doch wie sieht es mit Informationen von der Erkrankung und unserem Zyklus aus? Wie beeinflussen sich Periode und Corona?
Noch mehr Erfahrungsberichte von Corona und Menstruation
Wenn du Lust hast, gibt’s in diesem Artikel noch andere persönlichen Geschichten zu Corona und Menstruation zu lesen: “Wie es sich anfühlt, Corona & Periode gleichzeitig durchzumachen.”
Hattest du auch schon Corona? Vielleicht sogar zusammen mit deiner Menstruation? Dann freue ich mich sehr über deine persönlichen Erfahrungen in den Kommentaren – vor allem in Bezug auf deinen Zyklus und Menstruation.







